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Einführung von Dolby Digital 5.1: Technische Premiere für Bayerischen Rundfunk und ARD
Mit der Übertragung eines Konzerts der 36. Internationalen Jazzwoche Burghausen strahlte der Bayerische Rundfunk am 7. August 2005 zum ersten Mal eine Fernsehsend ung im Mehrkanaltonformat Dolby® Digital 5.1 aus. Herbert Tillmann, Technischer Direktor des Bayerischen Rundfunks, begrüßt diese Innovation ausdrücklich: „BR-alpha hat sich für die Einführung der Mehrkanaltechnik das optimale Format ausgesucht. Die Konzerte der Jazzwoche Burghausen sind nicht nur optisch ein Hochgenuss, mit Dolby Digital 5.1 kommt nun auch die entsprechende herausragende Tonqualität hinzu.“
Der Premiere vom 7. August folgen regelmäßig weitere Konzertübertragungen aus Burghausen. Die einzigartige Tonqualität dieser musikalischen Highlights können alle Zuschauer genießen, die BR-alpha auf einem der drei digitalen Verbreitungswege empfangen – also über
- DVB-S: europaweit über die digitale Satellitenausstahlung auf ASTRA 1 H, Transponder 71
- DVB-C: in ganz Deutschland im digitalen Kabel
- DVB-T: das Überallfernsehen in München, in Teilen Südbayerns und im Großraum Nürnberg via Antenne
Zur Wiedergabe des digitalen Surround-Sounds brauchen die Fernseh-Zuschauer neben einem passenden DVB-Receiver mit Dolby Digital-Ausgang auch eine Heimkino-Anlage, die Dolby Digital 5.1 decodiert und für ein Mehrkanal-Lautsprecherset aufbereitet.
Der Surround-Premiere des Bayerischen Rundfunks ging eine Entwicklung im digitalen Fernsehen voraus, die 1999 ihren Anfang nahm. Damals stellte der Sender ProSieben eine Bahn brechende Innovation vor: Dolby Digital 5.1, ein Tonformat, das bis dahin nur von der DVD her bekannt war, sollte nun auch den Fernsehzuschauern raumfüllenden Surround-Sound ins Wohnzimmer bringen. Und weil das Programm von ProSieben schon immer einen besonders hohen Anteil an Spielfilmen hatte, erwies sich die Einführung von Dolby Digital 5.1 als eine ideale Ergänzung. Entsprechend reagierte das Publikum: Es forderte mehr. So erhöhte ProSieben sehr bald die in Dolby Digital 5.1 ausgestrahlten Programm-Anteile, und auch andere Sender wurden auf das Heimkino-Tonformat aufmerksam.
So begann Premiere im Frühjahr 2001 ebenfalls damit, Spielfilme in Dolby Digital 5.1 auszustrahlen, nur wenig später gefolgt vom Schweizer Teleclub. Eine Premiere ganz besonderer Art erwartete die österreichischen Fernsehzuschauer am Neujahrsmorgen 2003: Als erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Europas startete der ORF Ausstrahlungen in Dolby Digital – mit der 5.1-Kanal-Übertragung des berühmten, traditionsreichen Neujahrskonzerts aus dem Musikverein in Wien. Seither hat sich der 5.1-Kanal-Ton auch beim ORF etabliert. So strahlt der Österreichische Rundfunk nicht nur Spielfilme in Dolby Digital aus, sondern produziert und sendet auch viele eigene Programme mit faszinierendem 5.1-Kanal-Ton. Prominentestes Beispiel in letzter Zeit war sicherlich die Surround-Übertragung von Verdis Oper La Traviata bei den Salzburger Festspielen im August 2005.
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1 im Fernsehen bedeutet: Ein geeigneter Receiver gibt das digital ausgestrahlte Tonsignal an eine Mehrkanal–Heimkinoanlage weiter, die es für die Wiedergabe in hoher Qualität über sechs Lautsprecher aufbereitet – exakt so, wie man es vom Kino oder von Spielfilmen auf DVD her kennt. Der Zuschauer sitzt in der Mitte vor dem Bildschirm und wird von fünf Lautsprechern (links, mittig vorne, rechts, rechts hinten, links hinten) umgeben. Der sechste Kanal (in der 5.1-Schreibweise sozusagen der Kanal „.1“) überträgt tiefe Basssignale. Somit erlebt der Zuschauer (oder der Zuhörer) eine Klangwelt, die ihn akustisch mitten ins Geschehen versetzt, zum Beispiel auf den besten Platz in einem Konzertsaal. Er lauscht also dem Klanggeschehen nicht von außen – er ist sozusagen "live mit dabei".
Kleine Dolby-Digital-Chronologie im digitalen Fernsehen:
- IFA1999 (August/September 1999):
ProSieben startet Dolby Digital mit einem Launch-Event und einer Trailerschleife auf Astra Ende August 1999 zur IFA in Berlin. Nur drei Wochen später beginnen die regulären Ausstrahlungen im ProSieben-Programm mit ca. zwei Spielfilmen pro Woche.
- April 2001:
Auch Premiere kommt den Wünschen der Heimkinofans nach und startet den Filmkanal Cinedom Deluxe in 16:9 und Dolby Digital 5.1
- Mai 2002:
Teleclub in der Schweiz führt Dolby Digital 5.1 auf seinen beiden Spielfilmkanälen Teleclub Cinema und Teleclub Star ein
- Januar 2003:
Eine Premiere in doppelter Hinsicht: als erster öffentlich-rechtlicher Sender Europas führt der ORF die erste Live-Übertragung in Dolby Digital 5.1 durch. Aus dem Musikverein in Wien ertönt das legendäre Neujahrskonzert in digitalem Surround-Sound .
- IFA2003 (August 2003):
Der Westdeutsche Rundfunk und der Bayerische Rundfunk starten zur IFA2003 Dolby Digital 5.1 im Radio.
- September 2003:
Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Sat.1 überträgt neben Spielfilmen auch Spiele der UEFA Champions League live und regelmäßig in Dolby Digital 5.1.
- Oktober 2003:
Auch das ZDF startet: Wetten, dass…?, Europas meistgesehene Fernsehshow, wird in Dolby Digital 5.1 präsentiert.
- Januar 2005:
Das Wiener Neujahrskonzert wird erstmals über Eurovision in 5.1 übertragen. Das ZDF übernimmt das 5.1 Signal vom ORF.
- August 2005:
Der Bayerische Rundfunk sendet nun auch im Fernsehen als erste ARD-Anstalt in Dolby Digital: Vom 7. August an überträgt der Sender alle 14 Tage Konzerte der Jazzwoche Burghausen auf BR-alpha.
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